Verschnürte und verwaiste Tauben in Mannheim

17.02.2020
Gestern hat ein Notruf Andrea Girsch erreicht und weil ich gerade bei ihr war, habe ich sie begleitet.
Der Notruf galt einer verschnürten Taube in Mannheim auf dem "Alten Messplatz". Für die , die nicht wissen was das heißt "verschnürt", Haare oder andere dünne Fäden, verwickeln sich um die Krallen und Füßchen, schneiden in das Fleisch ein und können den Fuß, oder die Kralle dermaßen abschnüren, das es nekrotisch wird und abstirbt. Für einen Fußgänger wie die Taube, die ihre Nahrung am Boden sucht, könnte es den Tod bedeuten, auch wie wir Menschen, sind Tauben auf ihre Füße angewiesen. Diese Taube hatte Andrea so schnell gesichert, obwohl ich schnell war, bei der Parkplatzsuche, konnte ich es noch nicht miterleben, Andrea ist einsam, aber schneller
Und wenn man schon mal in Mannheim ist, muss auch der Mannheimer HB noch kontrolliert werden, auch dort sind immer Tauben in Not, es ist kein Lebensraum für die Tiere und die Stadt sollte vielleicht mal über einen betreuten Schlag nachdenken. Andrea hat nach Nestern in erreichbarer Nähe geschaut, um evtl. Eier aus zu tauschen und nach einer extrem verschnürten Taube gesucht, aber leider ließ sie sich nicht blicken. Draußen am Bahnhofsvorplatz viel ihr eine leicht verschnürte Taube auf, diese sicherte sie, löste die Verschnürung noch vor Ort und konnte sie wieder entlassen.

Auf der Seite vis á vis sprach sie ein Frau an, der Himmel schickt sie, seit 3 Wochen versorge sie eine Taube die nicht mehr fliegen kann und sehr scheu sei. Also wenn jemand Tauben sichern kann, dann ist es Andrea, ratzfatz war die Kleine gefangen. Der eine Flügel ist arg malträtiert, eventuell müssen noch Federkiele gezogen werden, damit die Federn wieder nachwachsen können, doch so lange darf sie bei Andrea bleiben und kann dann wieder an ihren vertrauten Platz zurück.

Es ist kein schöner Platz für Tauben, sie brüten zwischen den Spikes, sitzen nach vielen, vielen Jahren im Kampf um das Überleben in einem Simms, um zu sterben. Dieses Sterberecht sollte jedes Tier haben, aber nicht unter diesen Umständen.

Wieder zurück an den Gleisen, die nette Taubenfrau und wir teilten uns auf, kam sie uns wieder entgegen, ein Jungtäubchen in der Unterführung, noch nicht flugfähig, von den Eltern verlassen, vielleicht leben diese gar nicht mehr. Ein netter, junger Passant hat spontan geholfen und Andrea hoch gewuppt und tatsächlich, das Kleine hatte den Kropf leer, der Kot deutete auf Hungerkot hin. Bei der nächsten Gelegenheit, hat sie sofort Glukose oral bekommen. Auch sie wird jetzt bei Andrea versorgt.

Noch während der Autofahrt hat Andrea das Täubchen mit Körnern und Wasser versorgt, es war schon so schwach, das ruhig bei Andrea sitzen blieb.

Inzwischen hat sie sich zur Diva entwickelt, ohne ihr Wärmekissen (Snuggle) geht gar nichts!

Zurück am Bahnsteig, noch eine verschnürte Taube, 2 Zehen fehlten bereits, es ist eine Frage der Zeit, wann das arme Täubchen nur noch auf dem Stumpf laufen muss, auch sie wurde gesichert und ist jetzt bei Andrea.

(Foto wurde bei Andrea aufgenommen, als sie begann zu entschnüren)

Das war nur ein kurzer Auszug, vielleicht 2-3 Stunden aus der Berufung von Andrea, eine Berufung, der sie seit 12 Jahren folgt, Chapeau!

Euer TSV Horizont-Ungarn e.V. Team